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Der Einfluss natürlicher und hybrider Lüftung auf Produktivität, Gesundheit und Energieverbrauch

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2 Einführung Die verschiedenen gesundheitlichen Auswirkungen schlechter Raumluft – wie Atembeschwerden, Infekte und Reizungen – sind seit Jahren Gegenstand der Forschung und umfassend belegt. Für thermische Behaglichkeit zu sorgen, scheint ein einfaches Unterfangen zu sein, solange man unberücksichtigt lässt, dass die individuelle Wohlfühltemperatur von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ist. Nach Angaben der American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers (ASHRAE) ist thermische Behaglichkeit dann gegeben, wenn „80 % der Büronutzer mit den Umgebungsbedingungen zufrieden sind". Einflussfaktoren der thermischen Behaglichkeit sind die Raumtemperatur, Strahlungstemperatur, Luftgeschwindigkeit und relative Luftfeuchte. Hinzu kommt, dass die individuell empfundene thermische Behaglichkeit auch vom Stoffwechsel, von der Kleidung und von persönlichen Präferenzen jeder Einzelperson abhängt. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Möglichkeiten zur Beeinflussung der thermischen Behaglichkeit durch die Gebäudenutzer von zentraler Bedeutung sind. Sind die Gebäudenutzer in der Lage, sich auf die thermischen Umgebungsbedingungen einzustellen, indem sie ihre Kleidung anpassen, Jalousien entsprechend einstellen oder die auf ihren Körper wirkende Luftgeschwindigkeit beispielsweise durch das Öffnen der Fenster regeln, dann können auch größere Temperaturunterschiede toleriert werden. Innerhalb eines bestimmten Temperaturbereichs, z. B. zwischen 16 und 24°C 1 , bestehen somit die mit schlechter Raumluft unmittelbar einhergehenden gesundheitlichen Risiken nicht mehr. Studien belegen, dass sich der Mensch außergewöhnlich gut an Temperaturen anpassen kann, nicht jedoch an die Luftqualität. 2 Dies wiederum bedeutet jedoch nicht, dass die thermische Behaglichkeit für die Gebäudenutzer unwichtig wäre – ganz im Gegenteil. Mehrere Studien kommen zu dem Schluss, dass Temperaturen in mittlerer Höhe weniger gut vertragen werden als niedrige Temperaturen. 3 Des Weiteren liegen zahlreiche Veröffentlichungen vor, aus denen hervorgeht, dass die empfundene thermische Behaglichkeit einen wesentlichen Einfluss auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz hat. 4 1% Energiekosten 9% Mietkosten 90% Personalkosten in Gehältern und Leistungen Die Gesundheit und Produktivität der Mitarbeiter sind heutzutage zentrale Themen. In diesem Zusammenhang sprechen die Zahlen für sich. 2015 veröffentlichte der World Green Building Council (WGBC) einen umfassenden Bericht zum Thema Gesundheit, Wohlbefinden und Produktivität in Büroräumen. Aus diesem Bericht ging hervor, dass in der Regel etwa 90 % der Betriebskosten eines Unternehmens auf Personalkosten einschließlich Gehälter und Lohnnebenkosten entfallen (Abbildung 1). Hieraus folgt, dass die Produktivität der Mitarbeiter und alle Faktoren, die ihr Leistungsvermögen beeinflussen können, für jedes Unternehmen einen hohen Stellenwert haben sollten. Abbildung 1 Durchschnittliche Betriebskosten 5 Die Verbesserung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Belegschaft kann die Kosten eines Unternehmens drastisch senken. Die Einsparungen, die sich so erzielen lassen, sind um ein Vielfaches höher als das Einsparpotenzial durch effizient gebaute und betriebene Gebäude. Der Fokus auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter zahlt sich aus

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